Aum Shinri Kyo

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Sektenguru gesteht die Giftgasanschläge

Shoko Asahara bekennt sich zu den Verbrechen. - Der Guru der Aum Shinrikyo-Sekte, Shoko Asahara, hat angeblich alle ihm zur Last gelegten Verbrechen gestanden. Das berichtete gestern das japanische öffentlich-rechtliche Fernsehen NHK. Nach Angaben von NHK kam die Information von Asaharas Anwalt. Asahara, der in Haft sitzt, hatte bisher zu den Anschuldigungen gegen ihn und seine Sekte geschwiegen. Eine offizielle Bestätigung für das Geständnis gab es zunächst nicht.

Der 40jährige Asahara ist unter anderem angeklagt, die tödlichen Anschläge mit dem Giftgas Sarin auf die U-Bahn in Tokio im März dieses Jahres und in Matsumoto im Juni 1994 angeordnet zu haben. Bei diesen Anschlägen kamen 18 Menschen ums Leben. Der Prozeß gegen Asahara soll am 26. Oktober vor dem Distriktgericht in Tokio beginnen.

Asahara hat dem Fernsehbericht zufolge zugegeben, daß er die Verbrechen angeordnet hat, die der Sekte und führenden Mitgliedern zur Last gelegt werden.

Zitiert wurde der fast blinde Asahara mit den Worten: "Ich habe in jedem Fall die Befehle gegeben und führende Sektenmitglieder führten sie aus." Ein Sprecher der Aum-Sekte sagte unter Berufung auf einen Anwalt Asaharas, das Geständnis sei von der Polizei gewaltsam erzwungen worden. Es sei deshalb vor Gericht nicht verwendbar. Der Prozeß gegen Asahara soll am 26. Oktober beginnen. Rechtsexperten hatten erklärt, das Verfahren könne sich über ein Jahrzehnt hinziehen, falls der Guru die ihm zur Last gelegten Untaten nicht gestehe.

Die Polizei hat außer Asahara 100 Mitglieder vom Aum Shinrikyo ("Höchste Wahrheit") verhaftet. Sie sind zum großen Teil bereits wegen einer Fülle von Vergehen und Verbrechen angeklagt. Die Polizei sucht aber noch nach sieben Mitgliedern. Asahara habe diese aufgefordert, sich zu stellen, sagte ein Sprecher der Sekte. Es gibt Befürchtungen, daß die Untergetauchten weitere Anschläge verüben könnten.

Die Sekte wird auch beschuldigt, einen Rechtsanwalt, seine Frau und seinen kleinen Sohn entführt und ermordet zu haben. Außerdem werden ihr die Herstellung von Sarin und illegale Produktion von Drogen, Waffen und weiteren Giften angelastet.

Die Sekte soll auch für einen Giftgasanschlag im vergangenen Jahr verantwortlich sein, der sieben Todesopfer forderte. Führende Mitglieder werden außerdem beschuldigt, austrittswillige Anhänger mit Gewalt festgehalten und mit Drogen traktiert zu haben. Aus: -Westfalen-Blatt-05-10.95-

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Verwirrung

Das angebliche Geständnis des Aum-Sektenchefs Shoko Asahara ist von der Staatsanwaltschaft dementiert worden. Dagegen sagte der Anwalt des Guru, Asahara habe einen Untersuchungsbericht unterschrieben, in dem er zugebe, die der Sekte zur Last gelegten Verbrechen befohlen zu haben. Damit habe er verhindern wollen, daß die Sekte mit dem Gesetz verboten wird. Aus: -Westfalen-Blatt-06-09-95-

Giftgas-Prozeß gegen Aum-Sektenchef verschoben

Der mit Spannung erwartete Mordprozeß gegen den Chef der japanischen Sekte, Shoko Asahara, ist einen Tag vor Beginn auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Ein Sprecher des Bezirksgerichts in Tokio sagte gestern zur Begründung, Asahara habe überraschend seinen Anwalt entlassen, mit dem er monatelang zusammengearbeitet habe. Nach japanischem Recht können Mordprozesse nur im Beisein eines Verteidigers verhandelt werden. Die Gründe für die Entlassung wurden zunächst nicht bekannt. Anwälte von Opfern der Aum-Sekte sahen darin eine Verzögerungstaktik Asaharas. Sein Arzt hatte im Prozeß gegen ihn zuvor zugegeben, auf Anordnung des Sektenchefs das Sarin hergestellt zu haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte Asahara mit dem Giftgasanschlag in Tokio ein Chaos herbeiführen wollen, um Razzien gegen die Sekte zu verhindern. Aus: -Westfalen-Blatt-26-10-95-

Gericht streicht Aum-Anerkennung

Ein Gericht in Tokio hat der Aum-Shinri-Kyo-Sekte gestern ihre Anerkennung als Religionsgemeinschaft entzogen. Damit verliert die Sekte, die für den Giftgasanschlag auf die Tokioter U-Bahn am 20. März verantwortlich gemacht wird, ihre Steuervergünstigungen. Die nach Sekten-Angaben etwa 10.000 Mitglieder dürfen sich aber nach wie vor treffen. Das Gericht begründete die erstmalige staatliche Aberkennung eines Religionsstatus damit, daß Mitglieder die Einrichtungen der Sekte zur Herstellung von Nervengas benutzt hätten. Gegen Sektenführer Shoko Asahara läuft in Zusammenhang mit dem Giftgasanschlag, der zwölf Todesopfer und mehr als 5.000 Verletzte forderte, ein Verfahren wegen Mordes. Aus: -Westfalen-Blatt-31-10-95-

Aum-Sekte klagt gegen Auflösung

Die japanische Aum-Sekte hat gestern vor einem Gericht in Tokio Berufung gegen die verfügte Aberkennung als Religionsgemeinschaft eingelegt. Die Entscheidung der Richter ist frühestens in einem Monat zu erwarten. Sollte das Gericht der Berufung nicht stattgeben, wird mit der Auflösung des auf umgerechnet 30 Millionen Mark geschätzten Sekten-Vermögens begonnen. Mit der Gerichtsentscheidung waren der Sekte Privilegien aberkannt worden, etwa ihre Steuerfreiheit und die Steuervorteile bei kommerziellen Geschäften. Aus: -Westfalen-Blatt-03-11-95-

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Zwölf Jahre für Auftragsmord

Der Mann, der im April vor dem Hauptquartier der Aum Shinrikyo Sekte in Tokio das führende Sektenmitglied Hideo Murai mit mehreren Messerstichen tödlich verletzte, ist zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Das Distrikgericht Tokio urteilte, der 30jährige So Yu habe die Tat, vor laufenden Fernsehkameras und unter den Augen der Polizei, "kaltblütig und mit kühlem Kopf" im Auftrag einer Gangstergruppe begangen. So hatte auf dem Höhepunkt der Ermittlungen gegen die Sekte "Höchste Wahrheit" wegen des Giftgasanschlags auf Tokios U-Bahn mehrere Stunden vor dem Hauptquartier gewartet, bis er auf Murai einstach. Murai (36), der sechs Stunden späte im Krankenhaus starb, war einer der engsten Vertrauten des Guru Shoko Asahara und vermutlich einer der besten Kenner der Vorgänge in der Sekte. Aus: -Westfalen-Blatt-14-11-95-

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