Vereinigungskirche (Mun-Sekte)

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  1. Massenhochzeit bei Mun
  2. Politiker von CSU, SPD und CDU fordern neues Einreiseverbot für Mun
  3. Einreiseverbot verlängert
  4. Non olet: Bush und die Mun-Million
  5. Verschwesterung zur Schaffung der Munschen Weltfamilie
  6. Verschwesterungs-Gelöbnis
  7. Neue Mun-Jugendorganisation

Massenhochzeit bei Mun

Das Frankfurter Zoo-Gesellschaftshaus ist in dieser Nacht (24./25.8.1995) festlich geschmückt. Annähernd 100 Brautpaare wollen an der "größten Hochzeitszeremoniegeschichte" teilnehmen. Rund um den Globus, die Satellitentechnik macht es möglich, haben sich über 360.000 Paare versammelt, um sich von Sektenführer Sun Myung Mun und seiner Frau segnen zu lassen.

So sitzen sie im repräsentativen Bürgerhaus, lauschen zunächst der Gründungsansprache einer weiteren Munorganisation, der "Familienförderation für Vereinigung und Weltfrieden", und warten auf ihren großen Auftritt. Die Spannung ist spürbar. Doch Geduld ist gefragt, denn der Zeitunterschied zum koreanischen Seoul kann nur durch geduldiges Warten und heißen Kaffee überbrückt werden.

Kurz vor Mitternacht sammelt man sich zur heiligen Weinzeremonie. Die Anordnung erinnert an ein Abendmahl mit Einzelkelchen. Durch vielfältige Verbeugungen vollziehen die Paare die Wiederherstellung von Mann und Frau. Gemeint ist damit, daß der Sündenfall überwunden ist. Demgegenüber weist der Sektenbeauftragte der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg, Thomas Gandow, darauf hin, daß die Frauen zur Braut des wahren Vaters, gemeint ist Sun Myung Mun, werden. Deshalb wird auch bei dieser Zeremonie nicht einfach nur Wein benutzt, sondern ein Gebräu, bestehend aus 21 verschiedenen Zutaten. Früher soll auch das Blut des wahren Elternpaares Mun darin enthalten gewesen sein.

Ungetrübt von aller befremdlichen Symbolik freuen sich die Paare. Als Teil dieser Zeremonie gilt es, sich die Hände ineinander zu falten. Es ist den Paaren anzusehen, daß sie sich noch fremd sind. Kein Wunder. Manche mögen sich erst einige Stunden kennen. Haben sich doch die Teilnehmer und Teilnehmerinnen an dieser Massenhochzeit dazu verpflichtet, die Partnerauswahl durch das Ehepaar Mun zu akzeptieren. Beim sogenannten "Matching", dem Zusammenführen der Partner, schlägt das Ehepaar Mun auf Grund von Fotos den Partner oder die Partnerin vor. Eine Mutter ist stolz. Ihr Sohn ist, wie viele junge deutsche Mitglieder der "Vereinigungskirche", direkt im Olympiastadion von Seoul dabei. Und sie berichtet, daß alles geklappt habe. Ihr Sohn habe eine Ehefrau zugeteilt bekommen. Anders ergeht es einer jungen Tschechin. Sie nimmt zwar auch an dieser Segnung teil, doch sie ist betrübt. Ihr Mann ist erkrankt. Für die Organisation des Massenereignisses ist dies kein Problem. Die Segnung kann trotzdem vollzogen werden. Wie in Kriegszeiten wird eine Fernsegnung durchgeführt. Die Braut trägt das Bild ihres Partners würdevoll vor sich her, um sich hier symbolisch segnen zu lassen.

Doch bis es soweit ist, müssen noch einige Stunden und die Müdigkeit überwunden werden. Die Paare können sich kurz nach Mitternacht festlich kleiden. Langsam füllt sich spät in der Nacht der Saal mit zahlreichen in weiß gekleideten Bräuten jeden Alters. Die Herren tragen dunkle Anzüge oder das heilige Gewand der Mun-Bewegung, ebenfalls ganz in weiß. Um drei Uhr versammelt sich die sichtlich übermüdete Gemeinde. Das Segensversprechen der Partner wird geprobt, der Ablauf der live per Satellit übertragenen Zeremonie aus dem Olympiastadion von Seoul erklärt.

Endlich, um vier Uhr, ist es soweit. Unter Fanfarenklängen erscheint das Bild auf der großen Leinwand. Sicher wären viele der hier Anwesenden auch gerne nach Asien gereist. Doch eines stimmt sie versöhnlich: In Seoul regnet es in Strömen. Tausende von Brautpaaren stehen im Regen, notdürftig durch Plastikmäntel geschützt. Vor der Großleinwand 100 Paare, die am anderen Ende der Welt den glücklichsten Tag ihres Lebens mitvollziehen wollen.

Nach dem Abspielen der koreanischen Nationalhymne ist es dann endlich soweit. Und während Mun im fernen Seoul symbolisch 36 Paare segnet, segnet das ehemalige Leiterehepaar der deutschen "Vereinigungskirche" im Frankfurter Zoo-Gesellschaftshaus ein Paar, um anschließend durch die Reihen zu gehen und die gesegneten Ehepaare mit Wasser zu besprenkeln.

Dies ist keineswegs ein Eheschliessungsritual, wie in der Öffentlichkeit häufig dargestellt, sondern eher ein Vorgang der Adoption. Die so gesegneten Partner sind jetzt Teil der wahren Menschheitsfamilie, gegründet von dem neuen Messias Sun Myung Mun. Allein auf den Philippinen sollen über 40.000 Paare am Ende der Zeremonie gegenseitig den Ring mit dem Symbol der "Vereinigungskirche" anstecken. Jetzt gehören sie dem neuen, auserwählten Volk Gottes an.

Und während rund um das Bürgerhaus der morgendliche Autoverkehr langsam zunimmt, lauscht die Gemeinde Muns drinnen noch den Grußworten einiger koreanischer Politiker. Korea ist das auserwählte Volk Gottes, unter dessen Führung sich die Völker dieser Welt vereinen dürfen? (Kurt-Helmuth Eimuth, Frankfurt) Mit freundlicher Genehmigung

Aus: EZW-Materialdienst Nr. 12, 58. Jahrgang, 1.Dezember 1995 - (Quell Verlag, Postfach 100033, Stuttgart -

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Konferenz deutscher Elterninitiativen in Berlin: Politiker von CSU, SPD und CDU fordern neues Einreiseverbot für Mun

Die Erneuerung des Einreiseverbotes für den Führer der Mun-Sekte (Vereinigungskirche) fordern der Berliner Bundstagsabgeordnete Senator a.D. Thomas Krüger (SPD), der Bayrische Landtagsabgeordnete Markus Sackmann (CSU) und der jetzt in Leipzig lebende ehemalige Stellv. Bundesvorsitzende der Jungen Union Udo Schuster (CDU) im Rahmen einer Konferenz der Vorstände von Betroffeneninitiativen in der deutschen Hauptstadt. In der Begründung ihrer Forderung heißt es:

"Sektenführer Mun, der in den USA wegen krimineller Delikte in Haft saß, will am 12. November zum ersten Mal seit 23 Jahren wieder öffentlich in Deutschland auftreten. Bisher hatte ihn ein Einreiseverbot daran gehindert. Die Mun-Bewegung ist voll auf ihren Gründer und 'Messias' Mun ausgerichtet. Sie weist totalitäre Züge auf. Sie zerstört Familien. Darauf wiesen bei der Konferenz besonders die anwesenden, persönlich betroffenen Familienmitglieder hin. Ihre Anhänger beutet die Mun-Bewegung gnadenlos aus.

Mun und seine Führungsriege greifen in sämtliche Lebensbereiche ihrer Mitglieder ein. Berüchtigt sind die sogenannten Massenhochzeiten, bei denen Tausende junge Menschen zur Schaffung einer neuen Menschheit und 'Blutslinie' von Mun getraut werden."Die drei Politiker fordern das Bundesinnenministerium auf, alle notwendigen Schritte einzuleiten, damit Mun keine Einreise in die Bundesrepublik Deutschland erhält. Im Hinblick auf die Gefahren, die von der Mun-Bewegung für Jugend, Familie und öffentliches Wohl ausgehen, hat Großbritannien bereits auf persönliche Initiative des Innenministers Michael Howard ein Einreiseverbot verhängt."

Einreiseverbot verlängert

Inzwischen hat das deutsche Innenministerium unter Bundesinnenminister Manfred Kanther das aus den achtziger Jahren stammende Einreiseverbot für Mun ausdrücklich verlängert. Begründet wurde es mit der zu erwartenden Beeinträchtigung für die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Auch für seine Frau Han, Hak-Ja besteht nun Einreiseverbot. Wie am Rande der dann als Lesung durchgeführten, von ca. 800 Personen besuchten Veranstaltung aus Kreisen von Führern der Mun-Bewegung gesagt wurde, scheint die Bundesregierung jetzt auch darauf zu dringen, daß diese Einreiseverbote im gesamten Gebiet des Schengener Abkommens gelten

Non olet: Bush und die Mun-Million

Der frühere amerikanische Präsident Bush und seine Frau Barbara Bush sollen etwa eine Million Pfund für ihre Mitwirkung bei dem Mun-Familien-Festival in Japan erhalten haben, behauptet die Daily Mail am 5. September 1995. Organisator des Bush-Trips und der sechs Veranstaltungen ist die zur Mun-Bewegung gehörende "Frauenvereinigung für Weltfrieden". Japanische Betroffenenhilfsorganisationen und christliche Gruppen hatten Bush vergeblich gebeten, auf seine Tournee zu verzichten, weil sein Honorar aus Geld bestehe, das auf ungesetzlichem Weg Tausenden von Mun-Opfern weggenommen worden sei. Die United Church of Christ in Japan z.B. hatte an Bush geschrieben: "Bitte lassen Sie sich nicht durch den Namen der Vereinigung täuschen, sondern bedanken Sie, welche Gruppe dahintersteht, und denken Sie an den Schaden, den Ihre Verbindung mit dieser Organisation für zahllose Menschen anrichten kann. (Q: Washington Post vom 8.9.1995, Daily Mail vom 5.9.1995 und eigene Berichte)

Verschwesterung zur Schaffung der Munschen Weltfamilie

Nach (angeblich) 160.000 japanischen Frauen, die nach Korea gereist waren, um sich dort mit Koreanerinnen zu "verschwestern", werden solche Zeremonien jetzt überall in der Welt von der "Frauenföderation für den Weltfrieden" unter Leitung der Mun-Frau Han, Hak-Ja durchgeführt, so z.B. im Januar in Washington, USA, und am 22./24.4.1995 in Wien.

Verschwesterungs-Gelöbnis

Bei den Verschwesterungszeremonien wird ein Gelöbnis mit folgendem Wortlaut gesprochen und unterzeichnet:

"Durch diese Schwesternschaftszeremonie verbinde ich mich in Freundschaft mit meiner Partnerin, um so eine Brücke des Friedens und der Versöhnung zwischen unseren Nationen, XY und YZ zu bilden. Als eine Frau, die um den Frieden auf allen Ebenen menschlicher Bestrebungen besorgt ist, werde ich mich darum bemühen, eine Friedensstifterin zu sein und im Bereich meiner Familie, der Gemeinde, Gesellschaft und zwischen Nationen vereinigend zu wirken." Kultur und Sportfestspiele der Munbewegung Unter einem neugeschaffenen Symbol findet das Kultur- und Sportfest der Mun-Bewegung (World Culture and Sports Festival" WCSF) statt. Die verwendete Swastika ist im Gegensatz zum Nazi-Hakenkreuz rechtsdrehend und soll die Ausbreitung des Ideals wahrer Liebe und die Bewegung in Richtung auf die Realisierung der einen Weltfamilie symbolisieren.

Neue Mun-Jugendorganisation

Eine weitere Organisation fügt die Mun-Bewegung ihrer an Vereinigungen nicht armen Bewegung bei: Die 1994 gegründete Youth Federation for World Peace (YFWP) soll Ausbildungsprogramme, Diskussionsforen über Jugendprobleme, Stipendien, Programme für Werte-Erziehung, Konfliktlösung und ähnliches organisieren.

Aus: -Berliner Dialog Nr. 3-Weihnacht 1995-

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