BLANKENHAIN

Landkreis Weimarer Land

Auf halbem Weg von Rudolstadt nach Weimar liegt die 1252 erstmals erwähnte "Lindenstadt" Blankenhain. Ehemals zweigten hier die Händler von der "Kupferstraße" Nürnberg-Leipzig-Halle ab, um den Geleitsabgaben zu entgehen. Im Zentrum der Stadt befindet sich ein Schloß mit anderthalb Meter dicken Mauern, von dem schon 1256 zusammen mit dem Ort als Sitz eines Ludwig von Blankenhain die Rede ist. Über dem Eingangsportal befindet sich ein reichgeschmückter Erker von 1480 mit dem Wappen der Grafen von Gleichen. Diese residierten in Blankenhain seit 1416 bis zum Erlöschen der Linie. Unter ihrer Herrschaft wurde Blankenhain 1424 zur Stadt erhoben. Innerhalb ihrer Mauern entstanden die spätgotische Pfarrkirche, deren Neubau aus dem Jahre 1481 datiert, und das Rathaus.

Ende des 17. Jahrhunderts brannte das Schloß ab und erhielt beim Neuaufbau seine heutige Gestalt. Bis 1815 diente es als Verwaltungszentrum. 1854 waren unheilbar Geisteskranke darin untergebracht, nach dem Zweiten Weltkrieg Notwohnungen. In letzter Zeit ist es für kulturelle Zwecke aus- und umgebaut worden. Es beherbergt auch das Heimatmuseum, das u. a. die Entwicklung des Blankenhainer Porzellans darstellt. Die Gründung der Porzellanfabrik von 1790 verdankt Blankenhain den hier seit 1639 residierenden Grafen von Hatzfeld. Dieser Gewerbezweig brachte der Stadt, die bisher nur von Ackerbau und Handwerk existierte, wirtschaftlichen Aufschwung. Die Erzeugnisse mit dem Markenzeichen "Weimar Porzellan" wurden weltbekannt.

Das 18. Jahrhundert brachte weitere Veränderungen. Nach dem Abbruch der Stadtmauer entstanden der Marktplatz und 1739 das neue Rathaus. Die Stadtherren wechselten nach dem Aussterben der Hatzfelder Linie im Jahr 1794 oft, bis Blankenhain 1815 weimarisch wurde. Als Amtsstadt beherbergte sie bis 1949 staatliche Behörden. Beim Besuch von Blankenhain fallen stattliche Bürgerhäuser wie "Güldener Zopf", "Zum Bären" und "Zur Krone" ins Auge. Eine touristische Attraktion ist das neu eingeweihte Erlebnisbad. An Blankenhain vorbei führt der berühmte Goethewanderweg.

Fremdenverkehrsamt,
Marktstraße 4,
99444 Blankenhain,
Tel. 03 64 59 / 6 21 92

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