MEININGEN

Kreisstadt Landkreis Schmalkalden-Meiningen

[Schloß] Das am Ufer der Werra gelegene Meiningen hatte bereits zur fränkischen Zeit Bedeutung. Es gehörte damals zu einem alten großen Königsgutsbezirk, und Kaiser Otto II. erwähnte 982 den Ort. Für die Ansiedlung in dieser Region war die strategisch günstige Lage am Flußübergang unterhalb des Bielsteins entscheidend. Vom hochwassersicheren Hang wurde die Stadt planmäßig bis zur späteren Elisabethenburg erweitert. Als Ludwig IV. Anfang des 13. Jahrhunderts von Schmalkalden aus den Kreuzzug antrat, geleitete ihn seine Gemahlin Elisabeth bis Meiningen.
Schloß Elisabethenburg in Meinigen

1344 verlieh Kaiser Ludwig der Bayer Meinigen das Recht der Stadt Schweinfurt. Im Mittelpunkt der Altstadt liegt der Markt mit der spätgotischen Stadtpfarrkirche, die heute noch die Steinerne Madonna aus dem 14. Jahrhundert beherbergt und die Marienkirche. Besondere Zeugnisse aus vier Jahrhunderten sind weiterhin die schmucken Fachwerkbauten wie das Ensemble um die "Alte Posthalterei" oder das "Büchnersche Hinterhaus". Meiningen befand sich im 13./14. Jahrhundert im ständigen Besitzerwechsel zwischen den Hennebergern und den Würzburgern.

Nach dem Aussterben der Henneberger ging Meiningen 1583 an die beiden wettinischen Hauptlinien über. 1584 waren die Würzburger Ansprüche abgefunden worden. Die Stadt erlebte eine kulturelle Blüte, als sie 1680 Residenz des neugeschaffenen Herzogtums Sachsen-Meiningen wurde. Zwei Jahre später begann Samuel Rust mit dem Bau des dreiflügeligen Stadtschlosses Elisabethenburg. In 54 Räumen des Barockbaus befinden sich heute umfangreiche Kunstsammlungen der Staatlichen Museen.

Meiningen behauptete einen besonderen Rang als Magnet für schöpferische Geister. Zu Berühmtheit kam es dank des "Theaterherzogs" Georg II., der von 1874 bis 1890 die Schauspielkunst und Ausstattung seiner Bühne reformierte. In dieser Zeit gastierte das Meiniger Ensemble erfolgreich mit Klassikerinszenierungen in 36 Städten mit 2500 Vorstellungen. Nach einem Brand im Jahre 1909 wurde das Theater im neoklassizistischen Stil wieder aufgebaut. Mit seinen Aufführungen ist es heute noch Besuchermagnet. In der Theaterabteilung des Schloßmuseums ist seine Tradition dokumentiert.

In der Elisabethenburg befindet sich weiterhin ein reich bestücktes Musikarchiv. Max Reger, aber auch Johannes Brahms, Hans von Bülow und Richard Strauß haben in Meinigen gewirkt. Der Literatur ist das Baumbachhaus gewidmet, in dem der Dichter Rudolf Baumbach, Schöpfer des Liedes "Hoch auf dem gelben Wagen", lebte. Es erinnert auch an die Verbindung von Friedrich Schiller, Jean Paul und Ludwig Bechstein zur Stadt an der Werra. Der Goethepark, der 1782 als englischer Garten mit künstlichen Ruinen und Denkmälern angelegt wurde, übt einen besonderern Reiz aus.

Nur 4 km von Meiningen entfernt liegt das 1836 erbaute neogotische Schloß Landsberg mit einer schönen Gaststätte. Lohnende Ausflugsziele sind auch die Märchenhöhle von Walldorf, Bibra mit der gotischen Dorfkirche und der bewehrten Burganlage sowie die Burgruine Henneberg. In der Gemeinde Bauerbach befindet sich eine Schillergedenkstätte im ehemaligen Wolzogenschen Landgut. Nach der Flucht von der Karlsschule fand Schiller hier 1782/83 Asyl. Das Amateurtheater "Friedrich Schiller" von Bauerbach hat eine jahrzehntelange Tradition, und die Dorfbewohner sind die Akteure.

Fremdenverkehrsverein e. V.,
Bernhardstraße 6,
98617 Meiningen,
Tel. 0 36 93 / 44 65 0,
Fax 44 65 44

[Copyright by Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen]


Zurück zur Startseite