SAALFELD

Kreisstadt Landkreis Saalfeld-Rudolstadt

Am Rande des Thüringer Schiefergebirges an der Saale liegt der 899 erstmals urkundlich erwähnte Ort. Die Babenberger hatten hier einen kleinen Herrschaftshof, der nach 900 in Reichsbesitz überging und unter den ottonischen Kaisern sogar Königspfalz wurde. 1013 kam das Gebiet unter lothringische Herrschaft, 1056 als Schenkung zum Erzbistum Köln, das eine einflußreiche Benediktinerabtei ansiedelte. 1180 wurde ein Teil durch Tausch wieder reichseigen, und Kaiser Friedrich I. Barbarossa erhob Saalfeld zur "villae regiae".

1208 wird der Ort erstmals urkundlich als "civitas" nachgewiesen. Die Stadt blühte dank der verkehrsgünstigen Lage als Umschlagplatz für den Fernhandel unter der Regentschaft der Schwarzburger Grafen auf und brachte es durch das wirtschaftliche Geschick ihrer Bürger zu relativem Reichtum Es entstanden viele noch heute gut erhaltene Bauten, denen die Stadt den Beinamen "Steinerne Chronik Thüringens" verdankt. An die alte Stadtbefestigung aus dem 13./14. Jahrhundert erinnern beträchtliche Reste und vier Tore: das Saal- und Darrtor, das Obere und Blankenburger Tor.

Als ältester Profanbau der Stadt gilt ein romanisches Turmhaus von 1180, in dem einst der kaiserliche Stadtschultheiß saß, das etwa drei Jahrhunderte später von der Stadt als Kaufhaus erworben wurde. 1682 zog die "Marktapotheke" ein. Im ehemaligen Franziskanerkloster an der Stadtmauer mit frühgotischer Klosterkirche ist das Thüringische Heimatmuseum untergebracht, das neben vielen regionalen Schätzen Altäre der berühmten Saalfelder Bildschnitzerwerkstätten zeigt. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts diente das Kloster als Münze. Mit dem Bau der Stadtkirche St. Johannis wurde 1380 begonnen. Sie enthält bemerkenswerte spätgotische Ausstattungsstücke.

[Rathaus] Auf dem nahen Marktplatz fallen die "Liden" auf, Laubengänge, die im Mittelalter als Verkaufsstände dienten. Gegenüber steht das prächtige Rathaus, von 1529 bis 1537 als frühes Zeugnis thüringisch-sächsischer Renaissancebaukunst errichtet. Von den Bürgerhäusern besonders bemerkenswert sind das Hiltmannsche Haus von 1549 und die historische Gaststätte "Das Loch", das Höhnsche Haus und die Stadtapotheke. Saalfelds Wahrzeichen ist der "Hohe Schwarm", im 14. Jahrhundert viergeschossige Wohnburg mit zwei runden Ecktürmen, heute eine Ruine. Unweit davon erhebt sich das spätgotische Schlößchen Kitzerstein aus dem 15./16. Jahrhundert.
Rathaus in Saalfeld

Es wurde restauriert und beherbergt jetzt die Musikschule. Auf dem Platz, der schon Königspfalz und Mönchsabtei trug, errichteten die Herzöge von Sachsen-Saalfeld zwischen 1677 und 1726 eine prächtige Dreiflügelanlage als barockes Residenzschloß. In der Schloßkapelle werden regelmäßig Konzerte veranstaltet. Eine berühmte Persönlichkeit von Saalfeld ist Kaspar Sagittarius, der 1668-71 als Schulrektor in der Stadt und später als Geschichtsprofessor in Jena wirkte. Er gilt als der Begründer des Faches Landesgeschichte an der Universität.

Die Stadt besitzt mit dem "Kurpark Bergfried" ein Dokument der Bau- und Gartenkunst des frühen 20. Jahrhunderts, eine bereits Denkmal gewordene Komposition aus Sanatoriumsvilla und Parklandschaft. Unterhalb der Kureinrichtung an der Saale wurde 1901 die Schokoladenfabrik Mauxion angesiedelt. Unter neuem Namen werden heute noch Süßwaren hergestellt. Weltberühmt sind die "Feengrotten", Überreste eines mittelalterlichen Bergwerkes. Der Betrieb wurde 1840, als die chemische Industrie der Farbenherstellung aus Bodenschätzen den Rang ablief, wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt.

1910/11 entdeckte man hier heilkräftige Mineralquellen und damit zusammenhängend naturfarbene Tropfsteinhöhlen von seltenem Reiz. Seit 1914 sind sie zugänglich und haben schon über 15 Millionen Touristen fasziniert. Ein Denkmal an der Straße in Wöhlsdorf erinnert an die Napoleonischen Befreiungskriege. Hier fiel 1806 Prinz Louis Ferdinand, Führer des preußischen Korps, in einem Säbelgefecht gegen französische Husaren. Gegenüber auf den Bergen erhebt sich der Aussichtspunkt Kulm mit Turm und Gaststätte.

Fremdenverkehrsamt,
Blankenburger Straße 4,
07318 Saalfeld,
Tel. und Fax 0 36 71 / 3 39 50

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