SUHL

Kreisfreie Stadt

An der Paßstraße über den Thüringer Wald, die Oberhof und Schleusingen miteinander verbindet, liegt Suhl. Der Ort wurde 1232 erstmals erwähnt und erhielt 1527 von Graf Wilhelm IV. von Henneberg Stadtrecht. Suhl hatte aber bereits vorher eine Art städtische Verfassung. Die Entstehung der Siedlung hängt offenbar mit den im Lautertal vorkommenden Bodenschätzen zusammen. Seine wirtschaftliche Entwicklung verdankt Suhl der Barchentweberei und vor allem der Eisenerzgewinnung und -verarbeitung. Die Eisengewinnung hatte bereits im 14. Jahrhundert einen hohen Stand, 1437 wird ein Eisenhammer erwähnt.

[Waffenmuseum] Als die "Schlösser, Buchsenmacher, Spohrer und Windenmacher" 1563 ihre Innungs- privilegien erhielten, arbeiteten in Suhl sechs Eisenhämmer, die Metall für ungefähr 500 Meister erzeugten. Etwa 200 Waffenschmiede produzierten allein 1595 schon 27 000 Büchsen und 1 100 Pistolen. Das Denkmal des Suhler Waffenschmiedes auf dem Marktplatz steht dort seit 1903 als stolzes Wahrzeichen einer 400jährigen Tradition. Ein Teil der Waffenschmiedemeister stellte seine Produktion ein und ging zum einträglichen Waffenhandel über, an dem sich u. a. auch Metzger, Bäcker und Schneider beteiligten. Durch die Produktion der Handwaffen profitierte der Ort zunächst sogar vom Dreißigjährigen Krieg.
Ehemaliges Malzhaus, heute Waffenmuseum

Doch im Jahre 1634 fielen die kroatischen Truppen des kaiserlichen Generals Isolani in die Stadt ein, plünderten sie und brannten sie am 16. Oktober des gleichen Jahres nieder. Das Inferno überstanden nur 84 von 853 Häusern. In den nachfolgenden Jahren stellte man in den Schmieden zunehmend Jagdwaffen her. Später wurde wieder auf Waffenproduktion für die preußische Armee und dann für die beiden Weltkriege umprofiliert. Noch heute gelten Jagd- und Sportwaffen aus Suhl als Muster an Schönheit und Präzision. Suhl als die "Rüstkammer Europas" war nach dem Aussterben der Henneberger Grafen 1583 ein interessanter Besitz für wechselnde Herren.

Ab 1815 zum Königreich Preußen gehörend, erlebte die Stadt eine zielstrebige Industrialisierung. Kriegsproduktion hatte Vorrang, aber Werkzeugbau mit Präzisionsteilefertigung blühte daneben auf; bis in die Gegenwart bilden Wirtschaftszweige wie Fahrzeugbau, Herstellung medizinischer Geräte, Umwelt- und Haushalttechnik, Stahlbau sowie Elektronik das ökonomische Fundament. Ein einzigartiges Spezialmuseum zur Entwicklung der Büchsenmacherei samt kostbarer Waffensammlung wurde 1971 in einem alten Malzhaus aus dem Jahre 1663 eingerichtet.

Aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg stammt noch die Gottesackerkapelle von 1555, die 1618 mit einem steinernen Choranbau versehen wurde. Die Bauten des nach dem Dreißigjährigen Krieg aus Schutt und Asche wiedererstandenen Suhl sind von jüngeren Architekturstilen geprägt: das mehrfach - zuletzt 1902/03 - umgebaute Rathaus am Markt, das spätbarocke Gerichtsgebäude, die nach mehreren Bränden 1757 wieder aufgebaute Hauptkirche St. Marien mit wertvoller Rokokoausstattung und die barocke Kreuzkirche von 1739. Die vornehmste, als erste mit Steinen befestigte und für Geschäfte wichtigste Straße der Stadt im 18. Jahrhundert war der Steinweg.

Dort sind heute noch die repräsentativen Bürgerhäuser der Gewehrfabrikanten Steigleder und Spangenberg zu finden. Im Ortsteil Suhl-Heinrichs gibt es eine Präsentation der Heimatgeschichte im "Historischen Rathaus", das ein besonders prächtiges Beispiel für die fränkisch-hennebergische Fachwerkbauweise ist. Es stammte aus dem Jahre 1541, der Wiederaufbau erfolgte 1657. Die dortige Kirche St. Ulrich ist durch Kunstwerke wie Steinmetzarbeiten am Sakramentshäuschen von 1521, geschnitzte Heiligenfiguren, Fresken aus dem späten 15. Jahrhundert und dem "Heinrichser Kruzifixus" berühmt. Die Stadt in Rennsteignähe besitzt alle Vorzüge einer guterschlossenen Urlaubslandschaft.

Herbert Roth, ein Bürger dieser Stadt, hat mit seinem Rennsteiglied den Thüringer Wald weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht. Mit Schießsportzentrum und Waldbad, Schwimmhalle und Tierpark, Segel- und Motorsport-Flugplatz, Thüringen-Philharmonie, Kultur- und Kongreßzentrum, Sternwarte und nicht zuletzt solidem Gastgewerbe bietet die Stadt mit den Ortsteilen Albrechts, Goldlauter, Dietzhausen, Wichtshausen, Mäbendorf, Vesser, Neundorf, Heinrichs und Suhl-Nord aber auch die Annehmlichkeiten eines urbanen Zentrums von modernem Zuschnitt.

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