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Exorzismus

Exorzismus ist ein in fast allen Religionen bekanntes Verfahren, Dämonen auszutreiben. Die Grundlage ist der Glaube an die Existenz von Geistern und Dämonen und der Wille, diesen durch magische Techniken oder kultische Handlungen seinen Willen aufzuzwingen. Dabei geht es in der Regel darum, böse Geister aus den Menschen auszutreiben.

Aus psychologischer Sicht handelt es sich beim Exorzismus um eine primitive psychotherapeutische Methode, um Geisteskrankheiten (Besessenheit) zu heilen. Bis zur Entwicklung der modernen Psychotherapie Ende des 19. Jahrhunderts wurden Geisteskrankheiten als "Besessenheit" interpretiert. Mangels anderer Erkenntnisse konnte man sich diese Krankheitsformen nur so vorstellen, daß böse Geister den Menschen verwirrt hätten. Exorzismus wird heute noch besonders im südamerikanischen christlichen Volksglauben praktiziert, es wird aber auch in Deutschland gelegentlich von Exorzismen berichtet.

In der frühkatholischen Kirche des 3. Jahrhunderts nach Christi war der Beruf des Exorzisten ein kirchliches Amt. Die Exorzisten gehörten zu den "ordines minores" (lat.: Niedere Diener), d.h. zum niederen Priestertum. Wahrscheinlich wurde das Amt von Bischof Fabian (236 - 250) in Rom eingeführt. Das Amt des Exorzisten war nur in der westlichen Kirche, der späteren Römisch-katholischen Kirche, bekannt. Die Ostkirchen kannten das Amt nicht.