Die Rosenkreuzer

[Stand: Juli 2002]

Bezeichnung für einen nach der Art freimaurerischer Bünde organisierten esoterischen Bund, der sich in der Tradition der Tempelritter stehend versteht. Diese mystische Glaubenslehre wurde von Johann Valentin Andreae (1586 - 1654) entwickelt. Der Name "Rosenkreuzer" geht auf die von Valentin geschaffene literarische Figur Christian Rosencreutz zurück. Diese Figur und deren Wirken wurde zum Vorbild geheimer Bruderschaften wie z. Bsp. der Fraternitas Rosicruciana oder später der Universitas Esoterica für Rosenkreuzer Meditation. Die Rosenkreuzer sind kein homgenes Phänomen, sondern das Gedankengut von Andrae erscheint in vielfältiger Form in den unterschiedlichsten Geheimbünden. In unserem Jahrhundert entstanden drei neue Rosenkreuzergemeinschaften, die auch alle in den neuen Bundesländern durch Vorträge und "Informationsangebote" aktiv sind:

Nach den mir vorliegenden Informationen veranstalten die oben genannten Gruppen, vor allem aber das Lectorium Rosicrucianum Informationsveranstalten in fast allen Städten Thüringens. Hierzu wird durch Flugblätter, Zeitungsannoncen und Edelbroschüren im kostbarsten Druck geworben. Die Veranstaltungen, die ich kenne, waren mit ihrer bombastischen Geheimlehre wenig überzeugend. Nach der Zahl der Besucher (je 7 - 10 Interessenten) zu urteilen, dürfte auch die Wirkung in der Öffentlichkeit nicht sehr groß sein. Nach neuesten mir vorliegenden Informationen baut das Lectorium Rosicrucianum seinen Einfluß in Ungarn aus. So wurde die Ehefrau eines Budapester Professors als aktive Übersetzerin der Schriften ins Ungarische gewonnen.

Quellenmaterial und Links:

Literatur

Die Literatur zum Thema ist kaum noch zu übersehen. Das Freimaurermuseum in Bayreuth bietet eine gute Übersicht von Quellenmaterial.
Register der Bibliothek des Deutschen Freimaurermuseums in Bayreuth

Selbstdarstellungen

Selbstdarstellung der Rosenkreuzer
http://www.rosenkreuzer.de/index.htm

Kritische Darstellungen

Broek, Eric Van den: Von der Rosenkreuzerutopie zur politischen Erleuchtung.
Politik und Utopie Neue Ansichten über die älteren Rosenkreuzer, Sabäer und das Joachitische Schema, drei Zweige und die Wissenschaften, Die Freimaurer, Gold- und Rosenkreuzer und Strikte Observanz. Jakobiter und Schwedenkiste, Linke Verschwörungsthese, Bayrische Illuminaten und Aufklärer, Illuminaten als Rosenkreuzer, Nordamerika, Politik und Utopie

Gundlach, Mathias: Adam Weishaupt, Philosoph, (geb. 6. Februar 1748 in Ingolstadt, gest. 18. November 1830 in Gotha) Hrsg. v. Projektgruppe "Geschichte Mitteldeutschlands", drefa Produktion und Lizenz GmbH, Prager Str. 200, 04103 Leipzig, Telefon: 0341/300-8060, FAX: 0341/300-8065, e-mail: geschichte@mdr.de