NEUE ERKENNTNISSE

DOKUMENTATIONS-EDITION 41 - ISBN 978-3-941421-57-8

Manfred Ach

WIE HITLER WURDE, WAS ER WAR

Disposition und Inkubation

3., erweiterte Auflage München 2020, 792 S., EUR 19,90

Vorbemerkung zur dritten (ergänzten) Auflage

„Was? Wie bitte? Wieso noch ein Hitler-Buch? Über Hitler weiß man doch alles”, meinen überhebliche Besserwisser. Nein, „man” weiß über ihn immer noch zu wenig. Pauschalisierungen spielen einer Erkenntnisverweigerung in die Hände. Man will Hitler nur als Marionette sehen. Man hat ihn schon damals unterschätzt und diese (seine!) Rechnung geht auch heute noch auf.

„Jetzt verstehe ich Hitler!” So äußerten sich viele Leser nach der Lektüre des Buches „WIE HITLER WURDE, WAS ER WAR”. Vor allem jene, die bisher den Erklärungen gefolgt waren, die Hitler entweder bagatellisieren oder mit Hilfe von phantasievollen Verschwörungstheorien aufwerten wollten.

Das „Zeitfenster”, das dieses Buch in Zusammenhang mit Hitlers Leben untersucht, schließt mit dem November 1923. Man darf davon ausgehen, dass ab diesem Zeitpunkt eine beinahe lückenlose historische Dokumentation vorliegt, denn die innere Entwicklung von Hitler gilt mit dem Jahr 1923 als abgeschlossen. Auf dem Weg dorthin gibt es aber (und gibt es noch!) vieles zu entdecken. Untersucht werden deshalb die in diesem Zeitraum wesentlichen Wendepunkte und entscheidenden Schubkräfte. Was ist Wahrheit, was Legende, was Fehlinterpretation?

Die Forschungsergebnisse der letzten Jahre erforderten nicht nur eine Revision von Hitlers familiärer Herkunftsgeschichte. Auch seine persönliche Entwicklung, die oft unzureichend und fehlerhaft dargestellt wurde, blieb (bis heute!) in vielen namhaften Biographien unkorrigiert. Lebensprägende Ereignisse sind oft nicht als solche erkannt bzw. marginalisiert oder kaum wahrgenommen worden.

Dieses Buch versucht, diversen Legenden, Vermutungen, Theorien und Fehldeutungen ein Ende zu setzen. Und es möchte den aktuellen Forschungsstand zu Adolf Hitlers Entwicklung bis zum Jahr 1923 zusammenfassen, die Interpretationen dieser Formationsjahre kritisch diskutieren und eine Synopse anbieten, die Lücken schließt und einen neuen Blick auf Hitler ermöglicht.

Gebührenden Raum nimmt in dieser Untersuchung auch die Darstellung des völkisch-religiösen und rassenideologischen Umfelds ein, das Adolf H. für seine Zwecke je nach Bedarf zu instrumentalisieren wusste. Gerade dieser Aspekt dürfte Leser von heute sensibilisieren. Das Thema ist keineswegs „zu den Akten zu legen”. Das Vorwort von Udo Schuster macht dies deutlich.

Das Konzept des Buches folgt der Überlegung, dass der Stil wissenschaftlicher Arbeiten oft mühselig, langwierig und weitgehend anachronistisch ist. Alle Fakten dieses Buches sind zwar überprüfbar und berücksichtigen die neuesten historischen Forschungsergebnisse, aber die dazwischen eingeschobenen persönlich gehaltenen Anekdoten und Dialogpartien wollen die quasiobjektive Ebene der Wissenschaft bewusst verlassen. Sie sind als deren Vertiefung, nicht als literarische Überhöhung gedacht.

Die 2010 erschienene Erstauflage (unter dem Titel „Das Nekrodil”) wurde 2016 verbessert und bedeutend erweitert. Die bis 2016 veröffentlichten neueren historischen Darstellungen (z. B. von Bermbach, Eberle, Fleischmann, Longerich, Plöckinger, Pyta, Ullrich und Weber) sowie die „Kritische Edition” von „Mein Kampf” wurden entsprechend berücksichtigt.

Mittlerweile (2020) wurde eine weitere (verbesserte und ergänzte) dritte Auflage nötig. Grund dafür war unter Anderem das 4-bändige Werk von Volker Elis Pilgrim („Hitler 1 und Hitler 2”), in dem die bedeutsame Wende, nämlich die militärpsychiatrische Behandlung Adolf Hitlers in Pasewalk, deren Annahme ich auch in meinen bisherigen Auflagen (als einem entscheidenden Ereignis in Hitlers Leben) folgte, nun durch eine Fülle von akribisch recherchierten Daten belegt wird und somit die von mir gewählte Aufteilung von Hitlers Entwicklung in „Disposition” und „Inkubation” bestätigt und plausibel macht.

Wer das Buch kauft, unterstützt damit auch die aufklärenden Anliegen der „Initiative zur Hilfe gegen seelische Abhängigkeit und religiösen Extremismus”, ohne deren Beistand die kostengünstige Auflage dieses Buches nicht möglich gewesen wäre.

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